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Campbell-Zwerghamster

Der Campbell-Zwerghamster (Phodopus campbelli) wird als Unterart dem Dsungarischen Zwerghamster oder wie hier als Art der Phodopus-sungorus-Gruppe zugeordnet. Er bewohnt die Steppen und Halbwüsten der Mongolei, des nordöstlichen Chinas sowie Dauriens, Tuwas und des Altai im südlichen Sibirien und ist nicht gefährdet.

 

Der Campbell-Zwerghamster wird acht bis zehn Zentimeter lang. Das weiche Fell der Oberseite ist gräulich-braungelb mit einem dunklen Aalstrich. Das Fell der Unterseite ist cremefarben-braungelb und verläuft an den Körperseiten in drei braungelben Bögen nach oben.

 

Der selbstgegrabene Bau des Campbell-Zwerghamsters besteht aus einem horizontalen Gang mit Nestkammer, in den mehrere vertikale Schächte münden. Häufig bewohnt er die Baue anderer Kleinsäuger. Er ernährt sich hauptsächlich von Pflanzensamen, weniger von Insekten.

 

Der Campbell-Zwerghamster wird als Heimtier gehalten und in vielen Farbvarianten gezüchtet. Er ist auch als Versuchstier im Einsatz. 

By Philipp Salzgeber - Own work, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2202199

Körpermerkmale

Die Kopf-Rumpf-Länge des Campbell-Zwerghamsters beträgt 80 bis 103 Millimeter, die Länge des Schwanzes 4 bis 14 Millimeter. Die Hinterpfoten sind 12 bis 18 Millimeter lang, die Ohrmuscheln 13 bis 15 Millimeter.

 

Zum Körpergewicht des Campbell-Zwerghamsters in der Natur gibt es nur wenige Angaben. Zimmermann (1964) gibt das durchschnittliche Gewicht nahe Manjur und dem Hulun-See in der nördlichen Mandschurei gefangener Hamster mit 23,4 Gramm an. Nach Herberg und Mitarbeitern (1980) beginnen Männchen unter natürlichen Bedingungen nach 45 Tagen größer zu werden als Weibchen und haben nach 145 Tagen ein statistisch signifikant höheres Gewicht. Nach Sawrey und Mitarbeitern (1984) sind Männchen unter Laborbedingungen nach 35 Tagen signifikant größer als Weibchen.

 

 

Körpermaße der Unterarten des Campbell-Zwerghamsters

 

 

Phodopus campbelli

crepidatus

Phodopus campbelli 

campbelli

Kopf-Rumpf-Länge 102 mm 80-103 mm
Länge des Schwanzes   4-14 mm
Länge der Hinterpfoten 13,5 mm 12-18 mm
Länge der Ohrmuscheln   13-15 mm
Länge des Schädels 25,0 mm 22,6 - 26,5 mm

Fell und Farbe

 

Im Sommer ist das Fell des Campbell-Zwerghamsters auf der Oberseite gräulich-braungelb. Die Haarspitzen sind schwarz, die Haarbasis ist schiefergrau. Vom Genick bis zur Schwanzwurzel verläuft ein klar abgegrenzter, dunkelbrauner Aalstrich. Dieser ist an der schmalsten Stelle bis zu zweieinhalb Millimeter breit. Die Ohrmuscheln sind graubraun, Lippen und Backen cremefarben-weiß und Kehle, Unterseite, Schwanz sowie Gliedmaßen sind cremefarben-braungelb. Die Haare der Unterseite besitzen ebenfalls eine schiefergraue Basis. An Schulter, Flanke und Hüfte verläuft das Fell der Unterseite in drei braungelben Bögen nach oben. Die Oberseite der Pfoten ist silbrig-weiß. Im Winter ist das Fell der Oberseite hellgrau ohne Gelbstich.

 

Die Unterart Phodopus campbelli crepidatus kennzeichnen ein braungelber Schwanz, ein kürzerer Aalstrich, der zweieinhalb Zentimeter vor der Schwanzwurzel endet, eine etwas grauere Färbung sowie dunklere Kanten an der seitlichen Begrenzung des Rückenfells.

 

Die Augen des Campbell-Zwerghamsters sind schwarz.

 

 

 

 

 

Lebensweise

 

Populationsdichte

 

Die Populationsdichte des Campbell-Zwerghamsters ist niedrig und stabil. In Daurien lag die Anzahl der Fänge je 100 Fallentage zwischen 1944 und 1958 auf Getreidefeldern zwischen 0,01 und 6,0.

 

Bau

 

In Daurien besteht der Bau des Campbell-Zwerghamsters aus einem horizontalen Gang mit Nestkammer, in den vier bis sechs vertikale Schächte münden. Der Gang ist bis zu einem Meter lang und die Nestkammer liegt meist 25 bis 30 Zentimeter unter der Erdoberfläche. Das Nest besteht aus trockenem Gras und Schafwolle.

 

In den Hochsteppen und Halbwüsten der Barga-Hochebene in der nördlichen Mandschurei bewohnt der Campbell-Zwerghamster außerdem die Baue des Daurischen Pfeifhasen und in den Felsen und Klippen des Großen Hinggan-Gebirges die Baue des Mandschurischen Pfeifhasen. Auf der mongolischen Hochebene, 160 Kilometer nördlich von Zhangjiakou zieht er die Baue der Mongolischen Rennmaus selbstgegrabenen Bauen vor.

 

Ernährung

 

Die Ernährung des Campbell-Zwerghamsters variiert in verschiedenen Teilen seines Verbreitungsgebiets sowie von Jahr zu Jahr und ähnelt der Ernährung des teilweise im gleichen Gebiet lebenden Daurischen Zwerghamsters.

 

In Daurien stellt Peschkow (1960) den Verzehr der Samen von 51 Pflanzenarten fest. An erster Stelle stehen die Samen von Haar-Pfriemengras, wildem Lauch, den Schwertlilien Iris ruthenica und Iris flavissima sowie Hohlzahn. Daneben werden die Samen von Fingerkräutern, Kuhschellen, Thermopsis, der Kreuzblume Polygala sibirica, Kalidium sinense und Seggen sowie Insekten, besonders Käfer, verspeist.

 

In Tuwa stellen Flint und Golowkin (1961) den Verzehr der Samen von zehn Pflanzenarten und -gattungen fest. An erster Stelle stehen die Samen von Fingerkräutern, Salpeterkräutern, Pfriemengräsern, Aneurolepidum sowie Seggen. Tierliche Nahrung wird in geringeren Mengen verspeist, vegetative Pflanzenteile fast gar nicht. So stellen Flint und Golowkin bei über 90 Prozent der mit gefüllten Backentaschen gefangenen Hamster pflanzliche Nahrung fest, tierliche Nahrung dagegen nur bei 50 Prozent.

 

Von den 51 in Daurien im Nahrungsspektrum des Campbell-Zwerghamsters festgestellten Pflanzenarten finden sich 36 auch beim Daurischen Zwerghamster, von den zehn in Tuwa festgestellten Arten und Gattungen finden sich neun. Das Nahrungsspektrum der daurischen und das der tuwinischen Population des Campbell-Zwerghamster weisen dagegen lediglich vier gemeinsame Arten auf.

 

Die Backentaschen eines nahe Manjur in der nördlichen Mandschurei gefangenen Männchens enthielten 120 Pflanzensamen sowie einen Rüssel des Käfers Pacephorus umbratus.

Verbreitung und Bestand

Von User:Latebird - Submitted by author, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=616552

Das Verbreitungsgebiet des Campbell-Zwerghamsters sind die Steppen und Halbwüsten der Mongolei, des nordöstlichen Chinas sowie Dauriens, Tuwas und des Altai im südlichen Sibirien. In China erstreckt sich sein Verbreitungsgebiet über die nördliche Innere Mongolei, das nördliche Hebei und angrenzende Teile Heilongjiangs sowie das westliche Xinjiang. Die nördliche Grenze in Tuwa verläuft zwischen Chandagaity und Samagaltai entlang dem Südrand des Tannu-ola-Gebirges.

 

Die Weltnaturschutzorganisation IUCN stuft den Campbell-Zwerghamster als nicht gefährdet ein.

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